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JobSpezial Januar 2011 - Familienunternehmen & Jobchancen 2011
Arbeitsalltag, Ein- und Aufstieg in Familienunternehmen

Viel interessanter als eine offizielle Definition und Namen von Familienunternehmen sind für Studenten, Absolventen und Young Professionals wohl eher die Merkmale, die sie mit einem spannenden Berufseinstieg, der täglichen Arbeit und späteren Karriereoptionen in Verbindung bringen.

Einer davon ist der Punkt Globalisierung. Auslandseinsätze, Kontakt mit ausländischen Tochterfirmen und Partnerunternehmen, grenzüberschreitende Projekte und Reisetätigkeiten sind die hierzu passenden Schlagworte aber nur wenige assoziieren Familienunternehmen mit solchen Chancen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Klischee, denn tatsächlich stehen die deutschen Familienunternehmen anderen Firmen und ausländischen Konzernen in nichts nach. So beschäftigt das Familienunternehmen Haniel beispielsweise 49.000 von 58.000 Mitarbeitern im Ausland. Und auch die Stihl Gruppe kann sich das Adjektiv „global“ auf die Fahne schreiben: Mit 32 eigenen Vertriebs- und Marketinggesellschaften, mehr als 120 Importeuren und gut 35.000 Fachhändlern ist das Waiblinger Unternehmen in über 160 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. Ein weiteres Argument, dass die internationale Stärke der deutschen Familienunternehmen belegt: mehr als 1.000 deutsche Familienunternehmen sind Weltmarktführer.

Zwei weitere Punkte, die vor allem Berufseinsteigern wichtig ist, sind Entwicklungsperspektiven und ein kollegiales Arbeitsumfeld. Auch in dieser Hinsicht können Familienunternehmen punkten.

Viele der deutschen Unternehmen stärken aktiv die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens und bieten viele Möglichkeiten, fach- und abteilungsübergreifend Erfahrungen zu sammeln und sich eigene Netzwerke innerhalb des Unternehmens – und über Niederlassungen hinweg - aufzubauen. Die Firmenkultur eines Familienunternehmens ist persönlicher und menschlicher als die einer anonymen Kapitalgesellschaft, da sie oft von der Familie lebendig vorgelebt wird. In der Wirtschaftskrise war der hohe Zusammenhalt in familiengeführten Unternehmen ein unschätzbarer Vorteil. Die Krise schweißte nicht nur die Familie enger zusammen, sondern auch die Mitarbeiter mit der Geschäftsführung.


Karrierewege in Familienunternehmen

Wer Karriere in einem Familienunternehmen machen möchte, muss viele Details berücksichtigen, die auf andere Unternehmen nicht unbedingt zutreffen. Eine gute Nachricht jedoch vorweg für diejenigen, die mehr als die Einstiegsjahre in einem familiengeführten Unternehmen planen und dort aufsteigen möchten: Jedes dritte Familienunternehmen wird in Deutschland gemeinsam von Eigentümern und angestellten Managern geführt. Nicht so schön: Frauen sind in der Leitung von Familienunternehmen nach wie vor unterrepräsentiert. Aber immerhin steigt der Anteil von Jahr zu Jahr.

Wie schaffe ich den Einstieg in ein Familienunternehmen?

Neben der klassischen Bewerbung auf eine Stellenanzeige oder der Initiativbewerbung per Post oder Online-Formular können natürlich Praktika und Nebenjobs die Türen zum Wunscharbeitgeber öffnen. Ein etwas anderer, aber auch sehr spannender, ist die Bewerbung über einen Karrieretag. Die bekannteste Veranstaltung in diesem Bereich, die sogar unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums steht, ist der Karrieretag Familienunternehmen. Dieser wird gemeinsam von führenden Familienunternehmen, dem Entrepreneurs-Club und der Stiftung Familienunternehmen organisiert und findet zweimal jährlich statt.

Dieser exklusive Karrieretag ist nicht mit einer herkömmlichen Jobmesse zu vergleichen und zielt dementsprechend nicht auf Größe und Masse ab. Es stehen die Qualität der Gespräche, der persönliche Rahmen und die Effizienz beim Kennenlernen im Vordergrund. Darum können hier Bewerber direkt mit den Top-Entscheidern – und meist sogar den Geschäftsführern und Vertretern der Inhaberfamilie - über die eigene Zukunft sprechen. So gewinnen die Bewerber einen optimalen Einblick in die Philosophie des Unternehmens. Denn wer könnte dies besser vermitteln als ein Inhaber selbst, der sein Unternehmen persönlich verkörpert und darstellt.

Seit 2006 findet der Karrieretag Familienunternehmen an verschiedenen Orten in Deutschland statt und wird jeweils von einem Familienunternehmen ausgerichtet. Bewerben können sich Fach- und Führungskräfte aller Fachrichtungen, insbesondere der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften. Die Senioritätsspanne reicht vom Absolventen bis hin zum Geschäftsführer.

Kleiner Hinweis: Am 1. Juli 2011 wird der Karrieretag zum siebten Mal stattfinden, und zwar bei der Rudolf Wöhrl AG in Nürnberg. Der Bewerbungsschluss hierfür ist der 16. Mai 2011. Weitere Termine werden auch in unserem Karrriere-Kalender veröffentlicht.

Worauf kommt es bei künftigen Managern an, bzw. was sollte ich als Einsteiger von Anfang an im Hinterkopf behalten?

Im Allgemeinen sind in kleineren Familienunternehmen eher Generalisten gefragt. Der Grund dafür ist, dass solche Firmen oftmals nicht so stark arbeitsteilig aufgebaut sind und dementsprechend fach- und abteilungsübergreifende Kompetenzen gefragt sind.

Besonderen Wert wird bei der Einstellung auch auf Erfolge in der Vergangenheit gelegt. Die Erfahrungen, die angehenden Führungskräfte in früheren Positionen gemacht haben und die Ziele, die erfolgreich erreicht wurden, werden als Indiz betrachtet, dass die Personen auch bei vergleichbaren Aufgaben in der Zukunft nicht scheitern.

Familienunternehmen pflegen oftmals eine etwas andere Unternehmenskultur als solche, die es nicht sind. Neben den üblichen Hierarchien gelten in vielen traditionsreichen Unternehmen mehr ungeschriebene Regeln, die oft durch den Einfluss der Familie entstehen. Darum müssen künftige Führungskräfte sehr sensibel auf das Arbeitsumfeld reagieren können.

So pflegen viele Unternehmensinhaber einen fast freundschaftlichen Kontakt zu den Beschäftigten. Die Identifikation mit dem Unternehmen ist dadurch meist sehr hoch. Allerdings bedeutet dies auch, dass dementsprechend Schwierigkeiten auftreten können. Denn wie geht man im Streitfall mit Vorgesetzten und Kollegen um, die von jeher als tragende Säule im Betrieb angesehen werden und mit denen man gleichzeitig freundschaftlich verbandelt ist? Ein Balanceakt, der Fingerspitzengefühl erfordert.

Von künftigen Führungskräften und Managern in Familienunternehmen wird dementsprechend auch erwartet, dass sie ihr Handeln nicht nur an pur umsatzorientierten Zielen ausrichten. Ebenso wichtig sind unternehmerische Zielsetzungen, die langfristig auch das Wohl der Umgebung und der Gesellschaft berücksichtigen.
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Familienunternehmen und der Arbeitsmarkt 2011
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