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JobSpezial November 2008
Online-Jobbörsen in der Krise?
Fazit

Am Ende dieses JobSpezials November 2008 bewahrheitet sich das geflügelte Wort, das „die Wahrheit bekanntlich in der Mitte liegt“. Fest steht, dass die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise Deutschland erreicht hat. Nicht nur kann man dies anhand der beinahe täglich erscheinenden Meldungen ablesen, sondern auch an den leichten Rückgängen der Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen. Aber: der Rückgang ist zurzeit als graduell zu einzuschätzen. Dies kann sich allerdings mittel- bis langfristig ändern.

Was folgt daraus in erster Linie für die Bewerber? Nun, vielleicht sollte hier am besten differenziert werden. Geistes- und Sozialwissenschaftler müssen sich noch mehr als bisher am Arbeitsmarkt orientieren, wenn sie ihren Hochschulabschluss in der Tasche habe. Dabei liegt die Betonung auf Markt. Denn Vorstellungsgespräche legen immer wieder offen: Eine realistische Einschätzung des eigenen Marktwertes ist wenn überhaupt nur gering ausgeprägt. Abhilfe kann hier zum Beispiel "Ein kurzer Gehaltsratgeber" bieten, wie er kürzlich im aktuellen Studienguide Elektrotechnik erschienen ist. Vor der proaktiven Bewerbung steht aber das A und O der Jobsuche: Die Klarheit darüber, welche Ziele man verfolgt und wo die eigenen Stärken liegen. Diese gilt es dann beim Eigenmarketing und beim Verkaufen der eigenen Person gegenüber Unternehmen herauszustellen. Das mag der eine oder andere vielleicht nicht hören oder lesen wollen, doch sind das die „Basics“ für Studierende, Absolventen und erst recht Young Professionals, die ja schon über ein Mindestmaß an Berufserfahrung verfügen.
Im Hinblick auf die Fachkräfte gilt Ähnliches: Wer meint, aufgrund der übergroßen Nachfrage sich auf die Couch setzen zu können, um nur darauf zu warten, bis die Job-Offerten im Briefkasten landen, hat sich getäuscht. Sicherlich sind solche Bewerber zurzeit sehr gefragt, aber sie müssen auch über eine soziale Kompetente verfügen, die einfach zum Arbeitsleben dazugehört. Was bringt einem Arbeitgeber ein Mitarbeiter, der fachlich top und im Team ein Flop ist? Nichts. Was bringt einem Unternehmen ein Mitarbeiter, der übergeifende Arbeitsprozese und Projektarbeit als „one man show“ versteht? Nichts. Und was bringt einem Unternehmen ein Bewerber, der überzogene Gehaltsvorstellungen im Vorstellungsgespräch formuliert? Ebenfalls nichts.
Die noch im letzten Jahr dominierende Grundhaltung mancher Bewerber, sich nur in Online-Jobbörsen registrieren zu müssen und schon werde man von Arbeitgebern angesprochen, ist Vergangenheit. Sie sollte es auch besser bleiben. Natürlich schauen sich Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt um, schalten Anzeigen in Online-Jobbörsen, Printmedien oder in entsprechenden Foren im Internet. Aber ist die Suche von Firmen über Online-Jobbörsen nach passenden Kandidaten die Regel? Nein.

Die Regel ist, dass der Bewerber sich bewirbt, wie es der Name schon sagt. Und das tut er im besten Falle über Online-Jobbörsen, kostenlose Karriereberatungen und Personalvermittlungen sowie über Karriereseiten von Unternehmen. Letztere muß er sogar im Grunde nur dann besuchen, wenn er eine entsprechende Stellenanzeige gefunden hat. Und das Finden ist inzwischen auch über Jobsuchmaschinen in „neartime“ möglich und erspart viel Zeit und Mühe. Mal abgesehen davon, dass eine Bewerbung heute zumeist in elektronischer Form versendet wird, sind die Kosten dafür im Gegensatz etwa zur schriftlichen Bewerbung verschwindend gering.
Darüber hinaus ist auch der informative Blick, was ein Unternehmen ausmacht, welche Arbeitsatmosphäre vorherrscht, ob dem Umeltschutz Priorität eingeräumt wird, wie es zu modernen Arbeitsbedingungen – Stichwort work-life-balance – steht oder welche Weiterbildungsmöglichkeiten es anbietet, für Bewerber heute nahezu selbstverständlich. Dabei helfen können Karriereberatungen, die eine genaue Perspektive auf das entsprechende Unternehmen und sein Umfeld haben. Oder aber man nutzt das Internet und hier zur Abwechselung mal nicht google, sondern kununu. Hier bewerten ehemalige Mitarbeiter, aktuelle Mitarbeiter oder Bewerber Unternehmen. Einige Firmen sind inzwischen dazu übergegangen, diesen Urteilen entgegenzutreten und werben gezielt auf der Seite. Ein Portal, in dem explizit Bewerber Unternehmen und deren Verhalten ihnen gegenüber im Laufe des Bewerbungsprozesses beurteilen, findet sich mit dem „Bewerber-Feedback“ auf der Internetseite crosswater-systems. Auf dieser Seite findet man darüber hinaus weitere wichtige Informationen zu Online-Jobörsen oder aktuellen Arbeitsmarktentwicklungen. Insgesamt kann man somit als Bewerber allerhand Informationen über in Frage kommende Unternehmen sammeln und für sich auswerten. Aber: Das proaktive Bewerben in dieser Form nimmt einem niemand ab!

Wie heißt es doch so schön: „Glaube kann Berge versetzen.“ Der Glaube an sich selbst, seine Fähigkeiten, sein Können und vor allem an seine Ziele darf nicht an Verve und Elan verlieren. Vor allem dann nicht, wenn man am Beginn der Karriereleiter steht. Wer dennoch erstmal eine Auszeit nimmt, dem sei geraten, diese zu planen und in seine künftigen Ziele einzubetten.

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