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JobSpezial November 2008
Online-Jobbörsen in der Krise?
Einschätzung des Gewichtes von Online-Jobbörsen für den heutigen Bewerbungsprozess

Um es gleich vorwegzunehmen, die Antwort ist eine Frage: Wie haben wir vor der Existenz von Online-Jobbörsen einen Job gefunden bzw. wie wurden wir vor ihrer Existenz für einen Job entdeckt? Tja, „back to the 90s“, könnte man sagen. Denn gegen Ende dieser Dekade feierte das Internet seine Premiere. Zu dieser Zeit ging es auch den Tageszeitungen mit ihren vielen Anzeigen, darunter Stellenangebote, um Einiges besser als heute. Keineswegs soll an dieser Stelle das Internet verunglimpft, wie es mancherorts fast schon zum guten Ton gehört.

Fakt ist, dass mit seiner gewaltigen Entfaltung weltweit die Menschen nahezu von überall, jedenfalls da, wo Internetanschlüsse und fähige Rechner stehen, auf Online-Jobbörsen zugreifen können. Zu Zeiten des „geschriebenen Wortes auf Papier“, sprich der Gazetten und Tageszeitungen, war das undenkbar. Mit der Informationsverdichtung kam aber auch die Informationsflut. Verdichtung meint hier das virtuelle Zusammenrücken auf globaler Ebene, also die Aufhebung von physischen Grenzen und der zunehmend komprimiert verlaufende Austausch von Informationen.

Dessen Zuspitzung lässt sich heutzutage am besten am sogenannten „microblogging-tool“ Twitter zeigen. Dort muss der Autor einer Information (Update) mit 140 Zeichen auskommen und sollte bzw. kann nach Möglichkeit darin auch noch eine Verweis (Link) zu einer Webseite, Blog-Eintrag oder ähnlichem unterbringen. Übrigens ist Alma Meise via Twitter erreichbar – folgt Ihr auf Ihrem Weg durch die neuen sozialen Medien der Web 2.0 Generation!
Zurück zu den Online-Jobbörsen: Sie haben ein Gewicht für den individuellen Bewerbungsprozess erhalten, das es zu bestimmen gilt. Online-Jobbörsen sind inzwischen aus dem Bewerbungsprozess nicht mehr wegzudenken, wie etwa auch die aktuelle Studie „Recruiting Trends 2009“ von Monster und dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg beweist. Sie sind fester Bestandteil neben der Recherche auf den Karriereseiten der Unternehmensportale, in einschlägigen Bewerbungsratgebern, bei Karriereportalen sowie in den Stellenmärkten der Printmedien. Letztere haben einen enormen Reputationsverlust zu verzeichnen, da das Internet nicht zuletzt auch die Stellenanzeigen der Tages- und Wochenzeitungen erfasst. Schriftliche Bewerbungen werden mittlerweile recht selten verlangt und nur noch in ausgewählten Bereichen. Ansonsten beherrscht die elektronische Variante den individuellen Bewerbungsverlauf heutiger Bewerber.
Zunehmend gehen Unternehmen dazu über, in ihren Stellenanzeigen daraufhin zu weisen, dass Bewerber ihre Unterlagen über die häufig mit https:// Verschlüsselung versehenen Karriereseiten des Unternehmens hinterlegen sollen. Sicherlich ist hier der zeitliche Aufwand gelegentlich nicht unerheblich, jedoch hat diese Form der Bewerbung zwei große Vorteile: Eine erhebliche Kostenersparnis sowie eine längere Vorhaltung der Bewerbungsunterlagen in einem Unternehmen, da zuständige Mitarbeiter der Fachabteilungen in den entsprechenden „Talent-Pools“ direkt nach geeigneten Kandidaten suchen können und das in der Regel bis zu 6 Monate nach Einreichung. Somit können Bewerber heute leichter gefunden werden. Aber wie beschrieben, finden sie auch leichter, wonach sie suchen. Was gleich bleibt und daran ändern auch die Online-Jobbörsen nichts, ist der unbedingte Wille und die Klarheit, einen Job zu wollen und sich aktiv zu bewerben.

Demnach können Online-Jobbörsen wie Monster, Jobscout24 und Co. nur Teil des Bewerbungsprozesses sein. Vor allem steht: Bewerber müssen sich darüber im klaren sein, was sie sich von ihrer beruflichen Zukunft versprechen. Online-Jobbörsen sind auf dem Weg dorthin nur ein Vehikel, einen Job zu finden. Deshalb sollte man sie nicht überschätzen, allerdings auch nicht unterschätzen. Ergo: Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte.

Weiter zu den Stellenindizes ausgewählter Online-Jobbörsen

Quelle Foto: mys / Photocase.com

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